Wert der Pflege auch materiell anerkennen!

BIrte Pauls, MdL Bild: Birte Pauls

Zum Scheitern der Verhandlungen über einen Mindestlohn in der Pflegebranche erklärt die pflegepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Birte Pauls:

Das Scheitern der Verhandlungen macht leider deutlich, welchen Stellenwert die Pflegeberufe in unserer Gesellschaft haben: einen zu geringen! Dass man überhaupt über einen Mindestlohn in der Pflege verhandeln muss, ist eigentlich skandalös, denn dieser Beruf verdient mehr als einen Stundenlohn von 8 bis 10 Euro! Nach Untersuchungen des Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) erhält jede dritte Pflegekraft einen sittenwidrigen Lohn.

Aufgrund der demographischen Entwicklung wird der Bedarf an Pflegekräften weiter steigen. Wenn die Gesellschaft auch zukünftig gut ausgebildetes, qualifiziertes Fachpersonal in der Pflege erwartet, müssen die Rahmenbedingungen attraktiver gestaltet werden. Dazu gehören nicht nur ein angemessener gesetzlicher Mindestlohn, sondern auch familienfreundliche Arbeitsbedingungen und berufliche Zukunftsperspektiven. In kaum einem anderen Beruf ist die Flucht aus dem Beruf so hoch wie in der Pflege. Denn der ständige Spagat zwischen Menschlichkeit und Fachlichkeit auf der einen Seite und wirtschaftlichem Denken auf der anderen Seite, den die Kolleginnen täglich absolvieren müssen, führt zu großen Frustrationen.

Besonders im Grenzland zu Dänemark macht sich der Fachkräftemangel bereits bemerkbar, weil sich immer mehr Kolleginnen Arbeitsplätze in Dänemark suchen, wo sie bessere Arbeitsbedingungen wie verlässliche Arbeitszeiten, bessere Lobby, mehr gesellschaftliche Anerkennung und nicht zuletzt eine bessere Bezahlung vorfinden.

Wir sollten uns am Nachbarland orientieren, um den Pflegeberuf attraktiver zu machen und die Abwanderung qualifizierter Kräfte zu stoppen.

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