Das Landestheater geht uns alle an!

Birte Pauls, MdL Bild: SPD SH

Während der Debatte im Landtag über die Zukunft des Landestheaters sagte die SPD-Landtagsabgeordnete aus Schleswig, Birte Pauls:

Das bauliche Problem am Schleswig Holsteinischen Landestheater ist eben nicht nur ein lokales Problem der Stadt Schleswig; es ist ein überregionales und betrifft den gesamten nördlichen Landesteil. Denn wenn es keine eindeutigen positiven Signale zum Erhalt des Spiel- und Produktionsortes Schleswig gibt, dann ist die Stadt schon Mitte des Jahres gezwungen, ihre Mitgliedschaft in der GmbH zu kündigen. Alles andere wäre aus Sicht der Kommune verantwortungslos.

Und damit würde das gesamte Konstrukt Schleswig Holsteinisches Landestheater zusammenbrechen. Deshalb ist ein Kirchturmdenken völlig unangebracht. Wenn man will, dass der nördliche Landesteil abgehängt wird, dass 1,2 Mio. Menschen und ca. 45 % der Landesfläche ohne direkten Zugang zum Landestheater mit den verschiedenen Sparten sind, dann muss man das so machen, wie die Landesregierung es jetzt gerade tut ‑ nämlich initiativlos, undynamisch, phantasielos die Schultern zu zucken, immer mit dem Verweis auf die leere Kasse. Die Antworten auf meine Kleine Anfrage waren nicht gerade von Ideenreichtum geprägt.

Wir werden auch keine finanziellen Luftsprünge machen und in alle Richtungen das Geld verteilen können, ganz klar. Aber Politik ist eben mehr, als mit Schecks wedeln. Politik kann auch moderieren, kann Ziele formulieren, kann Initiativen ergreifen, kann zusammenführen.

Und das ist es, was wir jetzt tun können. Das Landestheater braucht jetzt das klare Signal, dass wir uns alle fraktionsübergreifend zum Landestheater bekennen, dass wir unsere Möglichkeiten ausschöpfen, in allen verantwortlichen Gremien für den Erhalt zu sorgen. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger!

In diesem Zusammenhang möchte ich aber auch gerne noch mal an die Historie erinnern: In den Jahren 1994 bis 2003 sind 25,56 Mio € für Bau und Sanierungsmaßnahmen der Theaterspielstätten in Schleswig-Holstein geflossen. Davon entfielen 80% auf die Theater Lübeck und Kiel. Nur 17,68 % sind dem Landestheater zugeflossen, davon 5 % nach Schleswig.

Es gibt viele regionale Kraftanstrengungen, Räumlichkeiten wurden zur Verfügung gestellt. Dank an AP Möller-Skolen, an Slesvig hus, an das Schloss Gottorf. Aber das sind alles Interimslösungen, vertraglich befristet. Auch da scheint der Minister nicht im Film zu sein, wenn er behauptet, das seien doch alles gute Lösungen.

Es gibt eine breite Unterstützung ‑ viele Bürgerspenden, viele Initiativen, viele Zusagen, das Theater finanziell und praktisch zu unterstützen. Nicht zu vergessen die steigende Anzahl von Abonnenten sowie grenzübergreifende Ideen. Die Stadt Schleswig hat 5 Mio aus dem städtischen Haushalt bereitgestellt.

Theater ist auch Bildung und Theater sind auch Arbeitsplätze. Deshalb geht das uns alle an.

 

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