Pflegekammer vertritt die Interessen der Pflegekräfte

Zur Kritik der CDU-Landtagsfraktion an der Einrichtung einer Pflegekammer erklärt die pflegepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Birte Pauls:

Folgt man der Argumentation von Frau Rathje Hoffmann, dann stellt sie die Arbeit von IHK, Handwerkskammer, Ärztekammer und allen anderen Kammern in Frage. Sehr interessant! Und die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen soll sich nach Meinung der CDU nicht organisieren, darf nur weiterhin zufälliges Mitspracherecht haben, soll sich weiterhin den wirtschaftlichen Interessen von Eirichtungen unterwerfen. Genau das ist doch der Punkt, der die Kolleginnen frustriert: die wachsende Fremdbestimmung, z. B. durch betriebswirtschaftliche Entscheidungen, die dazu führen, dass die Pflege nicht mehr so ausgeführt werden kann, wie es fachliches Wissen, Humanität und Ethik vorschreiben. Deshalb verlassen ja so viele Pflegekräfte ihren Beruf viel zu früh oder wandern in andere Länder aus, die eine Pflegekammer haben.

Und genau da liegt die Aufgabe einer Pflegekammer: Bündelung von Fachkompetenz, Definition von fachlichen Standards und Qualitätskriterien, Interessenvertretung gegenüber Staat, Gesellschaft und anderen Akteuren im Gesundheitswesen – und zwar unabhängig vom Arbeitgeber. Deshalb werden hier selbstverständlich auch nur diejenigen gefragt, die Mitglied einer Pflegekammer werden sollen. Der Zeitpunkt einer Befragung ist in der Pflege egal – hier wird nämlich an 365 Tagen 24 Stunden täglich gearbeitet!

Es ist erschreckend, dass Frau Rathje Hoffmann all die Diskussionen der letzten Monate und die langjährige Forderung der Pflegefachverbände einfach ignoriert.

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