Ermittlungen gegen Pflegeheimbetreiber: Betrug an Pflegekräften

Birte Pauls, MdL Bild: SPD SH

Zu Medienberichten über Ermittlungsverfahren gegen Betreiber von Altenpflegeheimen erklärt die pflegepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Birte Pauls:

Die Staatsanwaltschaften Kiel und Lübeck ermitteln gegen die Betreiber von 181 Altenpflegeheimen in Schleswig-Holstein, die ihre Pflegekräfte als Scheinselbstständige beschäftigt haben sollen. Darunter sind Träger wie z. B. Helios, Diakonie und Stadtmission oder Johanniter. Umso mehr bin ich entsetzt, dass ausgerechnet diejenigen, die in der Pflege der höchsten Arbeitsbelastung unterliegen und am wenigsten Lobby haben, mit offensichtlich krimineller Energie betrogen wurden. Das ist unfassbar! Man muss sich das einmal vorstellen: Diese gut ausgebildeten Fachkräfte werden schon nicht besonders gut bezahlt, und von diesem Gehalt, so der Vorwurf, sollen sie dann auch noch die vollen Sozialversicherungsbeiträge und womöglich weitere Abgaben zahlen. Das ist ungerecht und in höchstem Maße verantwortungslos. Was sind das für Manager, die sich solcher Methoden bedienen! Es zeugt von null Wertschätzung, wenn sie ihre Fachkräfte in solche Arbeitsverhältnisse zwingen. Das ist Ausbeutung auf schlechtestem Niveau. Die Pflegeheimbetreiber brauchen sich nicht darüber zu beklagen, dass sie keine Fachkräfte finden – solches Verhalten stößt auch die motiviertesten Interessenten von einem Pflegeberuf ab!

Keine Kommentare vorhanden

Machen Sie bei der Konversation mit.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.