Landtagsabgeordnete Birte Pauls schockiert über die Zustände in der Obdachlosenunterkunft Ansgarweg.

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Es war ein kalter Morgen und es lag Schnee. Jeder Mensch sehnt sich an solchen Tagen nach einer warmen Stube. Dies bleibt den Bewohnern der Obdachlosenunterkunft im Schleswiger Ansgarweg verwehrt. Nachdem sich die Landtagsabgeordnete Birte Pauls im Dezember über die Arbeit der Obdachlosenhilfe des Diakonischen Werkes im Kreis erkundigte, besuchte sie am 21. Januar 2019 die Obdachlosenunterkunft im Ansgarweg in Schleswig. Begleitet wurde sie von Vertretern der Stadt und des Diakonischen Werkes, die den Obdachlosen mit Rat und Tat zur Seite stehen. „Aus meiner aktiven kommunalpolitischen Arbeit im Sozialausschuss der Stadt und durch viele Gespräche, z.B. mit Maren Korban von der AWO, wusste ich natürlich um die Situation, aber die katastrophalen Zustände vor Ort in Realität zu sehen hat mich doch sehr schockiert. Kalte, nicht möblierte Räume, alte Öfen, die für draußen heizen, weil nichts isoliert ist, Schimmel an den feuchten Wänden, kaltes Wasser, verfallene Sanitäranlagen, karger Putz.  Ein „Aufhübschen“ reicht hier nicht aus, da muss ein grundlegend neues Konzept her. Obdachlosigkeit kann jeden treffen, ob nun verschuldet oder unverschuldet, die wenigsten sind es gerne oder freiwillig. Derartige Zustände sind würdelos. Eine reiche Gesellschaft muss sich fragen, wie wir mit den Schwächsten umgehen wollen“ Oder, um es mit Gustav Heinemann zu sagen: „Man erkennt den Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit den Schwächsten ihrer Glieder verfährt.“

Das sieht auch Stephan Dose, Fraktionsvorsitzender der SPD in der Schleswiger Ratsversammlung so: „Mehrfach haben wir das Thema im Sozialausschuss angesprochen und den Bürgermeister aufgefordert für Verbesserungen zu sorgen. Doch passiert ist leider fast nichts. Nun endlich kommt Bewegung in die Angelegenheit. Auf Druck der SPD gibt es nun erste Vorschläge. Es kommt eigentlich nur ein Neubau in Frage. Dazu gehört auch eine pädagogische Betreuung. Wir haben Kontakte zu Stiftungen aufgenommen, die solche Einrichtungen fördern, außerdem gibt es auch Fördermöglichkeiten durch das Innenministerium.“

Der Landtag hat die Zuwendungen für die Obdachlosenhilfe mit dem neuen Haushalt von 600.000 Euro auf eine Million Euro erhöht. Diese Mittel sind für Beratung und Begleitung vorgesehen. Es geht bei der Beratung auch darum, Wohnungslosigkeit zu verhindern, was angesichts mangelnder Sozialwohnungen immer schwieriger wird.

Menschen ohne eigene Wohnung sind sozial isoliert und ausgegrenzt – ein krankmachender Zustand, so Pauls.

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