Pflegekammer bedeutet Selbstbestimmung

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Bezugnehmend auf die aktuelle Berichterstattung zur Pflegekammer in Schleswig-Holstein erklärt die sozialpolitische Sprecherin und stv. Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Birte Pauls:

„Die aktuellen Diskussionen machen erneut deutlich: Je höher der Informationstand bei den Pflegenden ist, desto größer ist die Zustimmung.

Anstatt eine online Petition zu unterstützen, die noch nicht einmal aus der Gruppe der Pflegenden direkt gestartet wurde, sollten die großen Chancen mit der Selbstverwaltung konstruktiv begleitet werden.

In der Begrünung der openPetition werden die Aufgaben der Pflegekammer als nicht nachvollziehbar beschrieben. Dabei ist die Aufgabe ganz klar und deutlich: Pflegekräfte müssen wieder so arbeiten können, wie es die Berufsethik vorgibt und Pflegekräfte wissen selbst am besten wie gute Pflege aussieht. Diese Selbstbestimmung räumt ihnen die Pflegekammer ein. Wir sind davon überzeugt, dass diejenigen, die am meisten von Pflege verstehen, ihre Angelegenheiten auch selbst in die Hand nehmen sollen. Erstmals haben die Pflegenden eine eigene und ausschließliche Interessenvertretung, an die sie sich wenden und wo sie sich beraten lassen können. Erstmals gibt es eine Institution, die ausschließlich die Pflegenden und damit auch die zu Pflegenden im Fokus hat und die die Mitglieder mit starker Stimme politisch vertritt.

Ich kann die Bauchschmerzen mit dem Pflichtbeitrag verstehen, aber nur wenn alle Pflegenden Mitglied der Pflegekammer sind, können hoheitliche Aufgaben übertragen werden. Was eine Freiwilligkeit bringt, zeigt sich Bayern: Dort ist der freiwillige Pflegering ein zahnloser Tiger und der Arbeitgeber hat wieder das Sagen!

Ich bin sehr froh, dass CDU und FDP ihr Wahlversprechen, die Kammer wieder abzuschaffen, gebrochen haben und ich bin davon überzeugt, dass wir uns in 10 Jahren fragen werden, warum wir die Pflegekammer nicht schon vorher umgesetzt haben.

Wir bedanken uns herzlich bei der Präsidentin der Pflegekammer, Patricia Drube, ihrem Stellvertreter, Frank Vilsmeier und dem gesamten Team der Ehrenamtlichen, die sich in der Kammer neben ihren anstrengenden hauptamtlichen Pflegeberufen zum Wohle der Pflege und damit zum Wohle der zu Pflegenden einbringen.“

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