Alle reden über fehlende Erntehelfer – aber was ist mit den Pflegebedürftigen, die zu Hause von einer osteuropäischen Pflegeperson betreut werden?

Zur aktuellen Diskussion über ausländische Pflegekräfte erklärt die stv. Vorsitzende und pflegepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Birte Pauls:

„Nicht nur in der Landwirtschaft fehlen osteuropäische Arbeitskräfte. Auch bei Pflegebedürftigen und Demenzerkrankten zu Hause sind viele osteuropäische Betreuungskräfte im Einsatz, die nun nicht mehr nach Deutschland kommen. Die meisten arbeiten schwarz, was wir kritisieren. Sie haben deshalb keine Möglichkeit über die Grenze zu kommen. Aber auch diejenigen, die ganz regulär über die Vermittlungen angestellt sind, bleiben immer häufiger zuhause. Bundesweit sollen 300.000 – 500.000 Pflegebedürftige durch osteuropäische Betreuungskräfte betreut werden. In Schleswig-Holstein könnte es mehrere Tausend Personen betreffen.

Wenn nun keine Angehörigen in die Betreuungslücke einspringen können, kommt es hier zu einem Engpass in der Versorgung. Nicht immer wohnt die Familie in der Nähe, um die Versorgung übernehmen zu können.

Wir müssen in diesen Fällen unbürokratische Möglichkeiten schaffen, dass Haushaltshilfen und Betreuungskräfte, die in ihrer aktuellen Tätigkeit durch mangelnde Nachfrage nun in Kurzarbeit freigestellt wurden, in den Familien helfen können und vermittelt werden.

Dabei muss selbstverständlich – genau wie bei den Erntehelfern  auch – gelten, dass der Verdienst nicht dem Kurzzeitarbeitsgeld gegengerechnet wird.“

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