Stichprobenartige Corona-Tests reichen nicht aus!

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Anlässlich der heutigen Kabinetts-Pk von Prien und Garg zu flankierenden Maßnahmen des Gesundheitsschutzes erklärt die stv. Vorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Birte Pauls:

„Pflegepersonal, medizinische Fachkräfte, aber auch weitere Beschäftigte in den verschiedenen sozialen Bereichen wie Kitas und Schulen oder in der Eingliederungshilfe sind durch ihren engen Kontakt mit vielen Menschen einem deutlich höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt.

Der Ausbau der Testkapazitäten und ihre Ausschöpfung sind von großer Bedeutung für eine weiterhin erfolgreiche Eindämmung der Corona-Pandemie in Schleswig-Holstein. Stichprobenartige Corona-Tests, wie sie von der Landesregierung geplant sind, reichen jedoch nicht aus! Es muss in diesen Bereichen regelmäßig und konsequent durchgetestet werden. Das dient zum einen dem Gesundheitsschutz der Beschäftigten und kann zum anderen ein Baustein zur besseren Bekämpfung des Virus sein. Die Landesregierung muss jetzt alle notwendigen  Schutzvorkehrungen treffen, um das Risiko einer zweiten Infektionswelle zu minimieren. Dazu gehört auch, dass Infektionen vor allem bei asymptomatischen Krankheitsverläufen rechtzeitig festgestellt und Infektionsketten dadurch schnellstmöglich unterbrochen werden können. Wir hören in diesen Tagen viel von der Aufmerksamkeit und Wertschätzung, die Pflegekräften, Ärzten oder Menschen in anderen sozialen Berufen entgegengebracht wird. Ein weiterer wichtiger Beitrag wäre es, sie nicht in der Unkenntnis über ihren eigenen Gesundheitszustand zu lassen.“

Martin Habersaat, stv. Vorsitzender und bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, ergänzt:

„Was sich derzeit an den Schulen abspielt, ist ein Experiment. Es ist gelungen, wenn von unseren Schulen keine Infektionswelle Corona 2.0 ausgeht.

In den letzten Monaten sind viele Menschen trotz Symptomen für Covid-19 daran gescheitert, sich testen zu lassen, weil die Kapazitäten nicht ausreichten. Das hat viel Verunsicherung geschaffen. An den jetzt wieder weitgehend offenen Schulen darf sich das nicht wiederholen.

Was Bildungsministerin Prien anbietet, sind „stichprobenartige Untersuchungen in Schulen“. Jeder weiß, dass an Schulen Abstände und Kontaktvermeidungen nicht zu organisieren sind und dass ein Zettel der Eltern, ihr Kind sei ganz bestimmt nicht infiziert, nicht allzu viel wert ist. Das Vorgehen der Landesregierung erinnert mich an die Äußerung eines anderen CDU-Politikers, er wolle mit transparenten Informationen „die Bevölkerung nicht verunsichern“.

Schwerpunkttests für die Gastronomie zu reservieren, aber an den Schulen nach dem Prinzip Hoffnung („Kinder stecken sich anscheinend nicht so leicht an“) zu verfahren, kann eine gefährliche Prioritätensetzung werden.“

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