Gespräch mit dem Kinderschutzbund Schleswig-Flensburg

v.l.: Brigitte Franzen, Brigitte Grade, Birte Pauls, Dr. Margit Smoydzin, Jörg Smoydzin

Am 8. Juli 2020 besuchte Birte Pauls (MdL) den Kinderschutzbund Schleswig-Flensburg und das Kinderparadies am Gallberg. Gesprächsthemen waren die allgemeine Arbeit des Kinderschutzbundes, die aktuelle Lage in der Corona-Pandemie und ein Ausblick in die Zukunft.

Das Kinderparadies des Kinderschutzbundes ist ein Lichtblick für z.Zt. 15 Kinder. Hier wird ihnen zugehört, ein gesundes Essen wird angeboten und gemeinschaftliche Erlebnisse werden ermöglicht. In den von Margit Smoydzin initiierten Lernteams an der St.-Jürgen-Schule gibt es Unterstützung bei den Schulaufgaben. Und auch die Initiative streit:fair, ein Angebot zur friedlichen Streitschlichtung, das jetzt eigentlich das 20 jährige Jubiläum feiern sollte, gehört zum Kinderschutzbund.

Wie auf andere Bereiche des Lebens auch hat die Corona-Krise einen Einfluss auf die Arbeit des Kinderschutzbundes. Auch in seinen Räumen müssen die neuen Hygienevorschriften eingehalten werden. Jörg Smoydzin, Vorsitzender des Kreisverbandes, und der Erzieher Mirano Lenkewitz berichteten von den Corona-Auswirkungen und waren überrascht von der Disziplin der Kinder in der Umsetzung der Vorschriften. Trotz des Lockdowns durfte der Kinderschutzbund in dieser Zeit einige Kinder mit Sondergenehmigung betreuen. Durch den Wegfall der schulischen Betreuung erfuhren einige Kinder noch weniger Aufmerksamkeit und es kam häufiger zu problematischen Situationen, da sich von einem Moment zum nächsten alle Familienmitglieder den ganzen Tag zu Hause aufhalten mussten. „Auf den ersten Blick haben sich die Befürchtungen der vermehrten häuslichen Gewalt durch den Lock-Down aber nicht bestätigt.“, so Smoydzin im Gespräch über die Arbeit während der Corona-Krise. Man bemüht sich um vertrauensvolle Kontakte zu den Familien, die im Kinderparadies auch jederzeit ein offenes Ohr bei Nöten und Problemen finden können.

Negative Auswirkungen gab es aber dennoch, denn die Gruppengröße musste auf die Hälfte reduziert werden, und es durfte keine Essenausgabe erfolgen.

Zurzeit gibt es ein Ferienspaß-Angebot mit Ausflügen und Aktivitäten. „Damit wir das besonders den Kindern, die sonst kaum Ferienangebote erfahren, ermöglichen können, sind wir auf Spenden und Unterstützung angewiesen“ betont Vorsitzender Smoydzin und fügt hinzu, dass die Spenden in den letzten Jahren rückläufig sind.

In der zweiten Hälfte des Gesprächs ging es um die Zukunftspläne des Kinderschutzbundes. Gerne möchte sich die Einrichtung, die in der ehemaligen Hausmeisterwohnung der alten Gallbergschule ihr Zuhause gefunden hat, räumlich erweitern, um ein richtiges Kinderschutzzentrum zu werden und neue Angebote zu schaffen, wie z.B. eine zentrale Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Kindern, für die hier Brigitte Franzen zuständig ist.
Ein weiteres Thema war die Expansion in die Fläche des Kreises. Hierzu bedarf es weiterer finanzieller Mittel und einer verbesserten Öffentlichkeitsarbeit zur Anwerbung neuer Mitglieder. Zurzeit hat der Kinderschutzbund SL – FL ca. 140 Mitglieder.

„Luft nach oben, wir würden uns sehr über mehr Mitglieder freuen, um den Kindern noch besser helfen zu können“ betonte Kassiererin Brigitte Grage und drückte Birte Pauls gleich einen ganzen Stapel Mitgliedsanträge in die Hand, die  noch am selben Abend einen davon ausfüllte.

Birte Pauls begrüßte die Pläne für ein Kinderschutzzentrum. „Das ist nicht nur für die Kinder gut, sondern auch für ihre Eltern und die ganze Stadt, eine tolle Ergänzung der bestehenden Angebote. Was die Beratungsstelle für Opfer sexualisierter Gewalt angeht, brauchen wir diese Angebote unbedingt, leider wohl mehr denn je. Und wir brauchen sie dort, wo die Kinder eh schon sind.“ und sprach Unterstützung zu.

Pauls bedankte sich für die Einblicke und sprach ihrerseits eine Einladung für die Kinder in den Kieler Landtag aus, die diese gerne annehmen werden.

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