Die Jamaika-Landesregierung lässt Familien, Einrichtungen und Kommunen im Stich.

Bild: Pixabay

Zur Kita- Reform der Landesregierung:

Die Landesregierung kann ihre drei zentrale Versprechen –  Entlastung der Familien, Entlastung der Kommunen und Qualitätssteigerungen – nicht halten.

Im Hamburger Rand  können die Eltern sich freuen. Ihre bislang sehr hohen Kita-Gebühren von bis zu 800€ werden durch die Beitragsdeckelung gesenkt.

Die Eltern im Kreis Schleswig-Flensburg und im nördlichen Landesteil  hingegen  haben außer einigen wenigen  Ausnahmen demnächst höhere Kitagebühren zu tragen. Schon allein der

Wegfall  des Krippengeldes von 100€  monatlich pro Kind bedeutet eine erhebliche Gebührenbelastung für die Familien aktuell.

Der Beitragsdeckel beträgt seit August diesen Jahres für U-3 Kinder 180€ monatlich für einen 5-Stunden-Platz und 288€ für einen 8-Stunden-Platz.

Die Gebühren für die Ü 3-Kinder werden auf 141€ für 5 Stunden und 226€ für 8 Stunden gedeckelt. In vielen Gemeinden im Kreis liegen die bisherigen Gebühren unter diesen Summen.

Auch im Bereich der Qualität wird die Kita-Reform keine Verbesserungen bringen. Die Einrichtungen leisten eine tolle Arbeit. Doch durch eine aktuelle Umfrage der Landesarbeitsgemeinschaften der Wohlfahrtsverbände  in den Einrichtungen zeigt sich, dass sogar die bisher höheren Standards in den Gemeinden abgesenkt werden sollen. Wenn eine Einrichtung z.B. Plattdeutsch- oder Musikangebote vorhält, werden die Kosten allein von der Standortgemeinde getragen. Ich befürchte, dass deshalb einige Gemeinden im Kreis die zusätzliche Angebote streichen oder diese extra bei den Eltern abgerechnet werden. Denn gleichzeitig sinkt der kommunale Finanzierungsanteil mit der Kita-Reform nur gering. Die Kommunen werden also mehr be- als entlastet.

Wenn eine eigentlich zukunftsweisende Reform nur eine Mindestqualität festlegt, die hinter dem bestehenden Qualitätsstandards zurückbleibt, dann ist doch klar, dass klamme Kommunen nur die Mindestqualität nehmen. Die SPD hat schon vor einem Jahr davor gewarnt,  dass die Qualität in den Kitas nicht steigen wird. Das neue SQKM-Modell hat keine höheren Qualitätsstandards gesetzt. Eine Fachkräfteinitiative, die für mehr Fachpersonal sorgen könnte, haben CDU/ FDP und Grüne ebenfalls verschlafen.

Die gleiche Umfrage der Wohlfahrtsverbände zeigt zudem, dass von 508 befragten Einrichtungen erst 16 einen Vertrag zum neuen Jahr verhandelt haben. Hier wird deutlich, in welchen Schwierigkeiten die Kommunen stecken. Sie sind von der Landesregierung allein gelassen worden.

Und wer 11 Jahre nach Unterzeichnung der UN Behindertenrechtskonventionen eine Kita-Reform auf den Weg bringt, die das Thema  Inklusion vollkommen ausklammert, der agiert gegenüber allen Beteiligten und vor allem gegenüber den betroffenen Familien und Kindern verantwortungslos. Diese Familien und Kinder mit ihren Beeinträchtigungen verdienen die bestmögliche Unterstützung. Stattdessen müssen sie jetzt zukünftig die Kitagebühren selber tragen.

Die Kita-Reform ist insgesamt also ein Rückschritt für die frühkindliche Bildung im Kreis und eines der größten Versprechen der Landesregierung wurde wieder einmal gebrochen.

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