Schleswig-Holstein verschläft gerade die Impfstrategie

Bild: Pixabay

Zur aktuellen Corona-Impfsituation im Land erklärt die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Birte Pauls:

„Wir bedanken uns herzlich bei allen Impfteams im Land, die nun ihre Arbeit aufgenommen haben. Danke für Euren Einsatz, das ist wirklich großartig!

Das Impfen ist unser Schlüssel zur Freiheit und deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele möglichst schnell geimpft werden. Der Wille zur Impfung in der Bevölkerung ist groß, das ist sehr gut. Es ist aber weder sinnführend noch akzeptanzsteigernd, wenn das Anmeldeverfahren mit so vielen Hürden gespickt ist.

Die Homepage des Landes meldete heute schon wieder nach kürzester Zeit nach Anmeldestart, man möge sich doch bitte am 12.01.2021 wieder melden. Das führt zum Frust bei allen, die sich um einen Impftermin für sich oder ihren Angehörigen bemühen. Erschwerend kommt hinzu, dass viel ältere Mitbürger*innen mit diesem Verfahren überfordert sind,  evtl. keinen Internetzugang haben, mit einem QR-Code nichts anfangen können und in der Hotline nicht durchkommen. Das ist eine Katastrophe!

Wir befürchten, dass diejenigen, die wir gerade jetzt erreichen und schützen wollen, nach mehreren vergeblichen Terminversuchen einfach aufgeben. Das darf nicht passieren! Die Landesregierung verschläft gerade die Impfstrategie und zwar nicht, weil nicht genügend Impfstoff da ist, sondern weil es von der Landesregierung schlecht geplant ist!

Was wir dringend brauchen, ist die Umstellung auf ein Einladungsverfahren. Alle Bürger*innen werden zu einem Impftermin eingeladen. So geht das in anderen Bundesländern auch! Warum kann Schleswig-Holstein das nicht, Herr Garg?

Die Akzeptanz in der Bevölkerung für eine Impfung ist da. Wir dürfen diese Akzeptanz aber nicht verspielen und aus diesem Grund werden wir in der Sondersitzung des Landtages (07.01.2021) fordern, dass das Land zum Einladungsverfahren übergeht.“

Eine Antwort zu “Schleswig-Holstein verschläft gerade die Impfstrategie”

  1. R. Scheibel sagt:

    Auch bei den Impfungen in den Alteneinrichtungen gibt es sehr grosse Ungereimtheiten. So ist beispielsweise das Ykernehus in Eckernförde kein registriertes Altenheim, sondern ein Wohnhaus, in dem über 120 alte Menschen leben – ein grosser Teil über 80 Jahre alt, alle mindestens über 70 Jahre. Sehr viele nicht mehr in der Lage, nach Gettorf zur Impfung zu kommen!
    Der Pflegedienst im Haus kann oder will sich nicht für ein Impfteam einsetzen. Die hotline des Landes ist für solche Fragen nicht erreichbar, bei Anfragen per mail kommen nur vorgefertigte Textbausteine als „Antwort“ zurück.
    Hier werden 120 alte Menschen abserviert. Das geht gar nicht!

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