Die sozialen Folgen der Pandemie sind immens

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Zur Anhörung des Sozialausschusses zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie erklären die Ausschussmitglieder der SPD-Landtagsfraktion:

Birte Pauls:

“Die SPD-Landtagsfraktion hat sich für die Durchführung der Anhörung eingesetzt, weil die sozialen und Folgen der Pandemie immens sind und der Einsatz der Politik gefordert ist. Viele Expert*innen haben aus unterschiedlichen Bereichen teilgenommen und über ihre Erfahrungen aus der Pandemie und die Empfehlungen zur Abfederung der Folgen berichtet. Die soziale Infrastruktur muss gestärkt und Hilfsangebote ausgebaut werden und darf nicht möglichen Einsparungen zum Opfer fallen. Wir wollen eine nachhaltige Aufwertung der sozialen Berufe statt ungerecht ausgezahlter Einmalzahlungen. Die Pflege arbeitete schon vor Corona am Limit und hat in der Pandemie Immenses geleistet und zusätzlich noch mehr Aufgaben dazu bekommen.

Das geht nicht und darf nicht mehr passieren. Wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen, einen Berufemix in den Einrichtungen und einen Personalbemessungsschlüssel. Besonders für Kinder und Jugendliche ist die Lebenswelt weggefallen. Sie brauchen wieder ihre Freunde, Freizeitmöglichkeiten und außerschulische Angebote und Aktivitäten. Sie wollen wieder Gemeinschaft erleben. Außerdem wollen sie gehört werden und mitgestalten. Das ist uns ein wichtiges Anliegen. Im Zusammenhang auf die gestern angekündigten vielfältigen Öffnungen wurden in der Anhörung auch Bauchschmerzen mit Blick auf die medizinische Versorgung geäußert. Es wurde auch von mehreren Covid-Fällen nach zweimaliger Impfung bei Beschäftigten im Gesundheitswesen und Patienten berichtet. Hier sind Tests immer noch sehr wichtig und decken diese Fälle auf.”

Wolfgang Baasch:

„Die Schilderung der Situation der Menschen mit Behinderung aus den verschiedenen Blickwinkeln hat mich sehr berührt. Viele Betroffene leben seit einem Jahr in Isolation, haben sich zurückgezogen und teilweise den Lebensmut verloren. Die Hilfesysteme sind weggefallen. Sie fühlen sich von der Gesellschaft auch nicht gesehen, haben keine Lobby. Das müssen wir sehr ernst nehmen. Die Unterstützungsstrukturen müssen gestärkt und Behörden dürfen die Leistungen nicht verwehren. Die Versorgung von Menschen mit Behinderung in Krankenhäusern wurde als große Zukunftsaufgabe angesprochen, die dringend geklärt werden muss.”

 

Bernd Heinemann:

„Mit jedem Monat wissen wir mehr. Corona wirft viele Fragen auf, ermöglicht aber auch viele Kenntnisse. Der Präsident der Ärztekammer, Prof. Dr. Herrmann, machte deutlich, dass die Erkenntnisse rund um die Covid-Erkrankungen das Gesundheitssystem nachhaltig beeinflussen werden. Es wurde zum Beispiel empfohlen, regionale Strukturen zur Behandlung von Long-Covid aufzubauen. Die Anzuhörenden machten zudem die hohen Belastungen der Mitarbeitenden im Gesundheitswesen deutlich. Hier braucht es dringend die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Zudem sind sich alle einig, dass so schnell wie möglich geimpft werden muss. Unser Antrag zur niedrigschwelligen Impfungen im Landtag kommt jedenfalls zur rechten Zeit.“

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