Jamaikas Impfkampagne gerät ins Stocken

Anlässlich der heutigen Pressekonferenz zum aktuellen Stand der Impfkampagne erklärt die stv. Vorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Birte Pauls: 

„Auch wenn die aktuellen Inzidenzen niedrig sind, ist weiterhin Vorsicht geboten. Bei allem Verständnis für die sommerlichen Gefühle, die wir alle haben, dürfen wir jetzt nicht leichtsinnig werden. Die Pandemie ist nicht vorbei! Die aggressivere Delta-Variante führte in vielen anderen Ländern zu einem sprunghaften Anstieg der Neuinfektionen. Der beste Schutz gegen das Virus ist und bleibt eine Impfung. Die SPD ist gegen eine Impfpflicht. Auch lehnen wir finanzielle Anreize ab. Das wäre unfair gegenüber denen, die früh Verantwortung für sich und die Gesellschaft übernommen haben. Allerdings hätten wir von der Landesregierung eine passgenauere Ansprache und Werbung für das Impfen erwartet. Wir haben schon vor Monaten davor gewarnt, dass wir in eine Zeit kommen werden, in der das nächste große Problem die Impfmüdigkeit sein wird. Das hat uns damals der Blick in die USA gelehrt. Um dem rechtzeitig entgegenzusteuern, haben wir schon damals gefordert, eine groß angelegte Kampagne vorzubereiten, die bei Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen für Impfungen wirbt. Dafür hätte die Landesregierung verstärkt auf Kooperationen mit jungen Werbeträgern oder auch Influencern setzen können. Der Facebookauftritt des Gesundheitsministers kommt da doch recht spröde rüber. Das nachlassende Tempo bei der Impfkampagne gibt Anlass zur Sorge. Man hätte den Menschen schon viel früher eine flexiblere Terminvergabe ermöglichen können. Der Gesundheitsminister hat bislang immer über zu wenig Impfstoff geklagt. Jetzt haben wir genug davon und der Landesregierung fehlt das Konzept, auf die Wichtigkeit des Impfens besser aufmerksam zu machen. Zumindest hat Jamaika unsere Initiative umgesetzt, mit mobilen Impfteams gezielt in den Quartieren unterwegs zu sein. Noch viel mehr Luft nach oben sehen wir allerdings bei der direkten Ansprache an beispielsweise Vereine und Feuerwehren.

Die solidarischen Anstrengungen von uns allen sind nun vor allem auch deshalb wichtig, damit Schule für junge Menschen nach den Ferien wieder in ihrer gewohnten Umgebung stattfinden kann.

Jetzt muss auch zügig ein Konzept für Auffrischungsimpfungen vorgelegt werden. Leider hat unsere Befragung des Gesundheitsministers in der letzten Sozialausschusssitzung im Mai gezeigt, dass Garg auf diese drängende Frage noch immer keine Antworten hat. Es darf keine Lücke entstehen, nur weil Jamaika mal wieder keinen Plan hat. Das ist auch für Pendlerinnen und Pendler sowie den Grenzverkehr wichtig, denn bei unseren dänischen Nachbarn geht der Geimpften-Status nach 8 Monaten verloren!

Zu oft hat die Landesregierung erst dann reagiert, als es schon zu spät war. Das darf nicht noch einmal passieren! Ein erfolgreiches  Corona-Impfmanagement lässt Probleme erst gar nicht entstehen. Vor allem dann nicht, wenn schon davor allen klar ist, dass sie auf uns zukommen!“

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.