Würden Männer Kinder kriegen, würde es wahrscheinlich auch mit der Versorgung anders laufen

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Zur Schließung der Geburtsstation in Henstedt-Ulzburg erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Birte Pauls:

„Die Situation der schleswig-holsteinischen Geburtshilfe ist besorgniserregend. Die Versorgung ist nicht mehr flächendeckend gewährleistet. Oft fehlt das Personal. Nach Eckernförde und Preetz wird jetzt in Henstedt-Ulzburg schon die dritte Geburtsstation geschlossen. Schwierig ist natürlich auch, dass umliegende Geburtsstationen ad hoc oft neben den notwendigen personellen auch nicht über die räumlichen Kapazitäten verfügen.

Die Folgen für Schwangere sind dramatisch: Kreißsaal-Schließungen bedeuten für sie weitere Wege und somit längere Anfahrtszeiten. Nicht immer sind die Wehen gut einschätzbar und die Verkehrssituation ist oft belastet. Mit der Ökonomisierung des Gesundheitswesens ging in den letzten Jahren eine Ausdünnung der Versorgung einher. Dieser Entwicklung muss ein Ende gesetzt werden. Eine flächendeckende Geburtshilfe ist ein wichtiger Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und muss Teil der Grund – und Regelversorgung sein!

Wenn es um die Entstehung von neuem Leben geht, müssen Fragen von Wirtschaftlichkeit hinten anstehen! Wir brauchen einen Paradigmenwechsel in der Geburtshilfe und Veränderungen der Rahmenbedingungen, um die Sicherheit von Kind und Mutter vor, während und nach der Geburt flächendeckend in Schleswig – Holstein  zu gewährleisten!

Wir fordern von der Landesregierung eine schnelle, konkrete und verbindliche Krankenhausplanung. Leider steht jetzt schon die zweite von Ministerpräsidenten Günther geführte Landesregierung achselzuckend neben dem Problem und lässt Frauen und ihre Familien damit allein. Würden Männer Kinder kriegen, würde es wahrscheinlich auch mit der Versorgung anders laufen.“

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